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Dramatische Situation vieler Privatradios und -fernsehen: Gesuch ans Parlament um Nothilfe

17.04.2020
Seit dem Beginn der Corona-Krise sind die Werbeerträge der Privatradios und -fernsehen zwischen 60 und 90% eingebrochen. Gleichzeitig ist das Bedürfnis in der Bevölkerung nach den Informationsleistungen der regionalen Stationen enorm: Seit der Ausrufung der ausserordentlichen Lage haben die Reichweitenwerte der Regionalfernsehen um fast 40% zugenommen (zum Vergleich: SRG-Sender plus 22%) und die Radioprogramme konnten ihre Hördauer ebenfalls steigern.

Diese Service public-Leistung geht aber nur mit hohen Programmkosten, denen derzeit kaum Einnahmen gegenüberstehen. Wegen des dramatischen Rückgangs der Werbeinnahmen haben die Verbände der regionalen Radios und Fernsehen der Schweiz (Telesuisse, VSP und RRR) deshalb schon Ende März ein Nothilfegesuch an den Bundesrat gestellt mit der Bitte, die vorhandenen Reserven der Radio- und Fernsehgebühren einzusetzen, um es den Stationen zu ermöglichen, ihre publizistischen Leistungsaufträge weiterhin zu erfüllen. Der Bundesrat hat das Gesuch abgelehnt, auf ein Wiedererwägungsgesuch ist bis heute keine Antwort eingegangen.

Umso störender finden es die Privatradios und -fernsehen der Schweiz, dass der Bundesrat in dieser Lage ausgerechnet sie im Stich lässt und dafür die SRG ab nächstem Jahr mit 50 Mio. CHF mehr bedienen will, erst noch mit der Begründung, es seien damit Werberückgänge der SRG zu kompensieren.
 
Die regionalen Radios und Fernsehen der Schweiz werden sich nun ans Parlament wenden und ihr Nothilfegesuch dort einreichen. Denn erfolgt nicht rasch Hilfe, werden die Regionalradios und -fernsehen innert Kürze gezwungen sein, ihre Sendungen einzustellen oder zumindest massiv zu reduzieren. Bei einzelnen Station droht sogar die Schliessung. Dann gäbe es mitten in der Bewältigung einer der schwersten Krisen dieses Landes auch ein schmerzhaftes Ausbluten des Radio- und Fernsehangebots. Die Medienverbände werden die Mitglieder der Parlamentarischen Kommissionen deshalb darum bitten, dies zu verhindern.  


Für Rückfragen:
André Moesch / Präsident Telesuisse / andre.moesch@chmedia.ch /  +41 79 203 40 03